Hang Tien Endeavor – das Abenteuer meines Lebens

Wie ich im Phong Nha Ke-Bang Nationalpark die Hằng Tien-Höhlenexpedition knapp überlebte😄 – aber  wiederkam.

Der Phong-Nha Nationalpark ist ein Naturschutzgebiet im nördlichen zentralen Vietnam, das seit 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Der an Laos grenzende Nationalpark zeichnet sich durch tropische Wälder, Karstgebirge und den längsten Höhlen, sogar der größten Höhle der Erde aus. Ein Höhlentrip im Herzen Vietnams gehört noch zu den Geheimtipps unter Abenteurern und Backpackers. d0eb198b-2ab9-44d5-a641-c4729fa7e21d

Im Nationalpark liegt die älteste Karstregion Asiens, die vor 400 Millionen Jahren entstanden ist. 1991  wurde die größte Höhle der Welt hier von Einheimischen entdeckt, die Son Doong Höhle, die über 170 Meter hoch ist und 5 Kilometer lang ist. Später wurde sie von britischen Wissenschaftlern erforscht und 2003 der Öffentlichkeit freigegeben.

Das Monopol über die Höhlenexpeditionen hat Oxalis, gegründet von einheimischen Bergsteigern und Kletterern, die die Touristen in Gruppen und in verschiedenen Tagestouren durch die Höhlenlandschaft führen. Oxalis arbeitet höchst professionell, sind super ausgerüstet und betreuen die Kunden zusammen mit ihrem Personal fast 1:1.

Für meine erste Expedition entschied ich mich wagemutig zu einer dreitägigen Höhlentour mit zweimaliger Übernachtung im Dschungel.  img_7833Ich dachte, nichts leichter als das, in Österreich bin ich auch von St. Anton bis zum Silvretta-See gewandert, so kann ein bisschen „Höhle“ nicht schwieriger sein.

Als wir in das Hauptquartier von Oxalis mitten im Phong-Nha Nationalpark gefahren wurden, lernten wir auch unsere Gruppe kennen, die aus weiteren 6 Personen bestand. Als erstes bekamen wir unsere Ausrüstung mit wasserfesten Rucksäcken, bequeme Wanderschuhe, Höhlenhelme mit Licht und Handschuhe. Die Zelte mit Schlafsäcken wurden von der Betreuungscrew getragen. Nach einer  kleinen Einführung, welche giftigen Schlangen und Pflanzen wir besser nicht anfassen sollten, ging es auch schon los.

Und das bedeutete, bei 35 Grad im vollen Sonnenschein einen Berg hochwandern, dessen Wege zum Teil von Feldbrocken und Felsgestein unterbrochen wurde. Die Wanderung wurde schnell zu einer Kletterei im 90 Grad–Winkel. Nach ungefähr 1,5 Stunden Kraxelei ging mir die Puste aus. Ich brauchte ziemlich schnell etwas zu Trinken und eine neue Lunge, während die anderen Teilnehmer zwar auch keuchend aber stetig noch voran gingen. Nach 2 Stunden erreichten wir das Basislager, in dem wir übernachten sollten. Und da war es leider schon um mich geschehen, mein Gesichtsfeld engte sich ein, ich hatte Kreislaufprobleme und klappte zusammen. Dann ging aber alles ganz schnell. Meine Beine wurden hoch gelegt,  nasse Handtücher wurden auf mich gelegt, Zuckerlösung und ausruhen. Leider durfte ich dann erstmal nicht mit in die erste Höhle des Tu Lan-Komplexes.

Der Instant-Kaffee mit einer Milch-Zuckermischung gab Kraft und weckte die Lebensgeister

Ich erholte mich schnell. Die Verpflegung im Dschungel war zwar einfach, schmeckte aber in der Natur, umgeben von solcher Schönheit umso besser. Am zweiten Tag durfte ich wieder mit, bekam jedoch meinen privaten Betreuer, der die ganze Zeit nicht nur meine Hand hielt, sondern auch noch meinen Rucksack trug. Ich hatte plötzlich eine Privattour. Und diese führte mich über den Rao Nan Fluss (anscheinend Kulisse im Blockbuster King Kong) und in die Hang Tien Höhle.

Die Hang Tien Höhle ist für ihre Größe bekannt, besticht aber vielmehr durch die ungewöhnlichen Steinformationen, die wie Schichtkuchen aus Randsteinpools und Farnen aufsteigen. Außergewöhnlich, spektakulär, einzigartig – sind nur einige Adjektive, die die besondere Natur nicht annähernd beschreiben können.

Und weil die Natur so berauschend in ihrer Schönheit und das Erlebnis der Tour derart beeindruckend war, habe ich die Touren noch ein zweites und ein drittes Mal mit meinen Töchtern gemacht.

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