Ein Film, der in den USA einen politischen Skandal auslöste, ist bis heute in Vietnam verboten.
In Hoi An ist inmitten der Altstadt und der zahlreichen Cafés ein Bistro, das mit dem Filmplakat von „The Quiet American“ und dem Abbild des Schauspielers Michael Caine wirbt. Neugierig sind auch wir in die wunderschöne Filmkulisse eingetreten und tauchten in eine geheimnisumwitterte Szenerie ein, gesponnen aus der verspielten Architektur eines vormals chinesischen Handelshauses im tief dunklem Holz, dekoriert mit plüschsamtenen Kissen und Auflagen aus einem bestechendem, Dramatik verheißendem Rot, dessen Intensität ich zuvor noch nie gesehen hatte.
Das Haus gehört seit 200 Jahren einer Kaufmanns- und Handelsfamilie, nun in fünfter Generation, die durch den Handel mit Kräutern, wie Zimt, Betel Nuss, Zucker und Bohnen mit Hong Kong und Europa reich geworden sind. Die Matriarchin Co Nam, deren Mann früh gestorben ist, übernahm im 20. Jahrhundert die Geschäfte und expandierte. Sie gründete noch eine Apotheke und ein Theater in Hoi An. Das Haus wird nun von den zwei Enkeltöchtern geführt.
Dieses versteckte Bistro wurde vom ersten Augenblick an zu unserem geheimen Hotspot in Hoi An. Immer, wenn ich jetzt in dieser wunderschönen, romantischen Handelsstadt bin, genieße ich ein oder zwei Cocktails in der „The Quiet American Bar“ und schwelge in Erinnerungen an die von Graham Greene erzählten Liebesgeschichte zwischen dem britischen Reporter Thomas Fowler (gespielt von Michael Caine), der schönen Phuong und dem CIA Agenten Pyle im historischen Kontext des Vietnamkriegs. Das Bistro in Hoi An war Kulisse der Opium Bar, in der Pyle sich verschiedenen Verführungen hingab.