Das weltweit einzigartige Wasserpuppentheater

Eine über tausend Jahre alte Kunstform Vietnams

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Seit dem 11. Jahrhundert gehört das Wasserpuppentheater zu jedem Pagodenfest. Legenden erzählen jedoch auch, dass bereits Jahrhunderte davor Reisbauern im Delta des Roten Flusses diese Theaterform aufführten, um die Regengötter gnädig zu stimmen und für eine gute Ernte zu sorgen.

In den Reisfeldern des Deltas, in dem immer noch Nassreis angebaut wird, gehören die Aufführungen heute noch zu den besonderen Highlights. Berühmt sind eben auch die Darstellungen in den Theatern der Künstlertruppen, die bekanntesten hiervon sind in Hanoi und in Saigon.

Die Figuren werden in Handarbeit geschnitzt und anschließend mit Farbe wasserfest und haltbar gemacht.  Die Holzpuppen werden an langen Stangen unter einem Bambusvorhang hindurchgeschoben und bewegt. Hinter dem Vorhang befinden sich die Puppenspieler, die zugleich die Puppen über Wasser halten und ihre Arme und Beine an Schnüren bewegen.

Es heißt, dass es drei Jahre braucht, um die Holzpuppen halten, bewegen und tanzen lassen zu können. Alltagsgeschichten vom Reisfeld, Fischfang, Büffelkampf werden gezeigt, aber auch Mythen von den heiligen Tieren und Heldensagen, wie etwa die Legende der goldenen Schildkröte, die dem chinesischen König Le Loi das Schwert entreißt, um es den Göttern zurückzubringen.

Begleitet wird die Darbietung, dessen Abfolge seit Jahrhunderten immer gleich blieb,  von einem traditionellen Orchester, das seitlich der Wasserbühne sitzt und die Bedeutung der Stücke mit Trommeln, Flöten und herzzerreißenden Gesängen unterstreicht.

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