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Schlafen im Dorm bei den White Thais

Etwa 130 Kilometer südlich von Ha Noi liegt Mai Chau in der Region von Hoa Binh in einer wunderschönen Talebene mit Reisfeldern umringt von kegelförmigen Bergen, an deren Spitzen sich die Wolken verhaken.

Das Besondere an Mai Chau ist, dass hier noch jene Nachfahren der Stämme der White Thai und Black Thai leben, die ursprünglich aus Thailand über China nach Nordvietnam einwanderten und sich dort niederließen. Von den insgesamt 48500 Einwohnern sind die White Thais in der Mehrheit.

Die White Thais pflegen vorrangig aus touristischen Gründen ihre Kultur, indem sie ihre Kleidung und Stoffe selbst weben, wobei sich hier auch bereits die Nachricht verbreitete, dass die Stoffe aus China stammen sollten.

Dennoch sitzen die Thai-Frauen noch an ihren Webstühlen. Auch spricht der Stamm noch seine eigene Sprache und lebt in Stelzen-Häusern, nicht unähnlich den kleineren Stelzenhäusern der Ifugao in Banaue, den philippinischen Reisfeldern.

Oben wohnt die Familie in einem Raum, dem Dorm, in dem geschlafen, gekocht und gewaschen wird. Das Haus auf Stelzen wurde aus Schutz vor Tigern und Schlangen, die es in früherer Zeit hier gab, entworfen. Heute sind unterhalb jeder Wohnung zwischen den Stelzen die Verkaufsshops untergebracht. Auch ich konnte nicht widerstehen und habe mir Schals und Tagesdecken für nur 15 € gekauft – ein Schnäppchen.

Zu den Touristenattraktionen gehört, zu wohnen und zu schlafen wie die White Thais. So rollt dann jeder Tourist seine Matratze und seine Decke vor dem glaslosen Fenster aus und harrt der Geräusche der Nacht.

Bis zu 15 Personen können in einem Dorm schlafen. Das ist wie in einem großen Matratzenlager auf der Berghütte.

Die Natur ist wunderschön und erdet smog -genervte Expats aus Hanoi.

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