Inmitten der Altstadt Hanois befindet sich eine enge Gasse ohne Namen, die gerade so breit ist wie ein Bahngleis. Rechts und links des Bahngleises leben und arbeiten Menschen in dreistöckigen Häusern, deren Tagesrhythmus vom Fahrplan des Expresszugs nach Saigon bestimmt ist. Gleich wie in anderen Gassen und Straßen gibt es hier kleine Geschäfte, Werkstätten und Garküchen.
Die Bewohner der namenlose Gasse müssen Menschen von ganz besonderem Gleichmut sein, die dem durchrasenden Ungetüm völlig entspannt entgegensehen. Sobald sich der Zug durch lautes Hupen und Vibrieren der Schienen ankündigt, werden schnell Stühle, Tische und Sachen weggeräumt, und sämtliche Bewohner verschwinden im Haus.
Nachdem der Express mit einem Donnern entlang der Häuserwänden gebraust ist, erhebt sich die Schranke und das tägliche Leben geht weiter, Tische und Stühle werden wieder auf die Gleise gestellt, Wäsche wird gewaschen oder die Pho serviert.
